
Die Schweizer Eishockeyanerinnen müssen schon nach dem Olympia-Startspiel die leisen Medaillenträume begraben. Das Team von René Kammerer unterlag den Schwedinnen 0:3.
Die Schweizerinnen hielten das Geschehen lange offen. Trotz eines Schussverhältnisses von 22:9 nach zwei Abschnitten für die "Tre Kronor" waren sie in der sehr gut gefüllten "UBC Thunderbird Arena" nicht weit von einem Exploit entfernt, auch dank der wie gewohnt viel Ruhe ausstrahlenden Torfrau Florence Schelling. Individuelle Fehler verhinderten aber einen (Teil-) Erfolg. Beim schwedischen Führungstreffer vergass der erste Schweizer Block Stürmerin Danijela Rundqvist. Die Klubkollegin von Kathrin Lehmann bei AIK Solna liess sich nicht zweimal bitten (13.). Der zweite Torerfolg durch Tina Enström (32.) wurde dadurch erleichtert, dass die Schweizer Formation viel zu lange auf dem Eis stand.
Mehr möglich gewesen wäre für die Schweizerinnen, die auch nach dem 0:3 erstaunlicherweise konsequent mit drei Linien spielten, wenn sie ihre wenigen erstklassigen Chancen genutzt hätten. Darcia Leimgruber verpasste solo bei Vier gegen Vier den Führungstreffer (10.) und zu Beginn des Mitteldrittels hatten Sara Benz und wiederum Leimgruber mit Ablenkern Pech (22./24.).
Pech kam dann auch noch dazu, als der Ehrentreffer von Claudia Riechsteiner nicht anerkannt wurde, weil die amerikanische Schiedsrichterin zu früh abpfiff. Für Captain Kathrin Lehmann war speziell die Chance von Leimgruber der Schlüsselpunkt: "Wenn wir in Führung gehen, dann glaube ich, dass wir die Partie gewinnen."
Generell brachten die Aussenseiterinnen zu wenige Pucks auf das Gehäuse von Kim Martin und hatten vor allem von den Abwehrspielerinnen zu wenig offensiven Support. Lehmann, die fast unglaubliche 32 Minuten Eiszeit erhielt, war insgesamt dennoch nicht unzufrieden: "Natürlich bin ich enttäuscht, aber wir haben eigentlich gut und diszipliniert gespielt und uns an unseren Gameplan gehalten. Wir haben nur einen grossen Fehler gemacht und leider kein Tor erzielt."
Im nächsten Vorrundenspiel dürften die Kräfteverhältnisse noch deutlich einseitiger ausfallen. Die Schweizerinnen treffen am Montag auf Gastgeber Kanada, den hohen Turnierfavoriten, ehe es am Mittwoch gegen die Slowakei vor allem darum geht, sich in eine gute Ausgangslage für die Platzierungsspiele zu bringen. Lehmann glaubt nicht, dass sie und ihre Kolleginnen, alles lupenreine Amateurinnen, angesichts dieses Karrierehöhepunktes vor Ehrfurcht ertsarren werden: "Wir leben für solche Momente und können daraus Energie ziehen. Einige von uns haben zudem in Winnipeg auch schon vor 16 000 Zuschauern gespielt und ich denke, wir können langsam damit umgehen." Die Söldnerin von AIK Solna bleibt aber realistisch: "Damals haben wir 1:8 verloren, das wäre auch diesmal ein gutes Resultat."
Telegramm:
Schweden - Schweiz 3:0 (1:0, 1:0, 1:0)
UBC Thunderbird Arena. -- 5222 Zuschauer. -- SR Wrazidlo (USA), Nakayama/Rolstad (Jap/USA). -- Tore: 13. Rundqvist (Svedin Thunström, Johansson) 1:0. 32. Enström (Ostberg, Myren) 2:0. 42. Uden Johansson (Nevalainen) 3:0. -- Strafen: 7mal 2 Minuten gegen Schweden, 3mal 2 Minuten gegen die Schweiz.
Schweiz: Schelling; Meier, Laura Benz; Julia Marty, Thalmann; Frautschi, Nussbaum; Leimgruber, Stefanie Marty, Lehmann; Sara Benz, Bullo, Häfliger; Nabholz, Stiefel, Riechsteiner.
Bemerkungen: Schweiz ohne Slongo (Ersatztorhüterin), Michielin, Wyss, Zollinger (alle nicht eingesetzt) und Anthamatten (überzählig). 16. Pfostenschuss Jordansson.


