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Allgemein | 15.05.2010
Vierter Sieg in Serie!

Das Eishockey-Nationalteam schreibt an der WM in Mannheim ein Frühlingsmärchen. Die Schweiz feierte mit 3:2 gegen Tschechien den vierten WM-Sieg in Folge. Eine derartige Siegesserie gelang letztmals vor 62 Jahren an den Olympischen Spielen in St. Moritz.

Der Sieg über die Tschechen ist sportlich sogar noch wertvoller als das 4:1 über Kanada vom letzten Mittwoch. Denn die Tschechen, die sich schon von Norwegen hatten überraschen lassen, nahmen die Schweizer ganz bestimmt nicht auf die leichte Schulter. An einem grossen Turnier hatte die Schweiz gegen Tschechien letztmals 2006 in Turin gewonnen (3:2). An einer WM gab es den letzten Sieg 1991 in Turku; damals wurde die Tschechoslowakei 4:3 bezwungen. Und zum ersten Mal seit der Steinzeit besiegten die Schweizer an einer WM zwei Topgegner.

Wie schon gegen Kanada stahlen die Schweizer auch den Sieg über Tschechien nicht. Das Team von Sean Simpson gestaltete den ersten Abschnitt klar überlegen und legte mit dem gelungenen Start (2:0 nach 20 Minuten) die Basis zum Sieg. In den letzten 26 Minuten, als die Tschechen beim Stand von 2:3 phasenweise energisch den Ausgleich suchten, kauften die Schweizer dem Gegner mit wuchtigen Checks und gesundem Körpereinsatz den Schneid ab. Die Schweizer Goals markierten Martin Plüss (1:0) und Andres Ambühl (2:0 und 3:1). Beide erzielten in den ersten vier WM-Spielen schon vier Tore.

Die Schweizer Tore zeigten auf, warum sich die SEHV-Auswahl den Sieg verdiente. Dem 1:0 ging ein unerlaubter Befreiungsschlag der Tschechen voraus. Deshalb durften die Osteuropäer keine frischen Spieler aufs Eis bringen. Der Jaromir-Jagr-Block -- nach über einer Minute Eiszeit übermüdet -- verpasste danach die Chance zum Wechsel, stürmte blind nach vorne und wurde von der Plüss-Linie ausgekontert. Beim 2:0 kombinierten sich Andres Ambühl, Damien Brunner und Thibaut Monnet "russisch" durch die tschechische Verteidigung, nachdem Ambühl mit einem Check gegen Jiri Novotny den Scheibengewinn provoziert hatte. Beim 3:1 schliesslich konnte Andres Ambühl unbehindert in den tschechischen Slot marschieren.

Derartige Aussetzer leisteten sich die Schweizer nicht. Sie kämpften mit grossem Engagement und grossen Herzen. Die Schweizer arbeiteten härter für die Punkte und wurden für den Effort belohnt. Sie feierten den siebenten Sieg hintereinander. Sieben Länderspiel-Siege in Serie holten die Schweizer letztmals 1986 unter Simon Schenk -- damals allerdings waren die Schweizer und ihre Gegner nur zweitklassig.

Die Schweizer haben am Montag mit einem Sieg über Norwegen die Chance, sich einen Spitzenplatz in der Zwischenrundengruppe F zu sichern. Aber das Programm wird nun happig: Bislang bestritten die Schweizer in acht Tagen vier Spiele. Vor jeder Partie hatten sie mindestens einen Ruhetag, zuletzt sogar zwei. Nun folgen sich die nächsten Spiele gegen Norwegen (Montag), Schweden (Dienstag) und der Viertelfinal (Donnerstag) aber Schlag auf Schlag. In diesen Spielen wird sich zeigen, ob das junge Team während eines ganzen WM-Turniers das hohe Niveau halten kann oder nicht.

Telegramm: 

Tschechien - Schweiz 2:3 (0:2, 2:1, 0:0)
SAP-Arena. -- 7206 Zuschauer. -- SR Kadyrow/Olenin (Russ), Dediulja/Semjonow (WRuss/Est). -- Tore: 5. Martin Plüss (Goran Bezina, Rüthemann) 0:1. 15. Ambühl (Damien Brunner, Monnet) 0:2. 25. Marek (Voracek) 1:2. 32. Ambühl (Helbling) 1:3. 35. Blatak (Cervenka) 2:3. -- Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Tschechien, 2mal 2 Minuten gegen die Schweiz.
Tschechien: Vokoun; Rozsival, Caslava; Rachunek, Gregorek; Nemec, Blatak; Mojzis, Barinka; Jagr, Cervenka, Klepis; Marek, Rolinek, Voracek; Kaspar, Vampola, Novotny; Koukal, Martin Ruzicka, Hubacek.
Schweiz: Martin Gerber; Seger, Julien Vauclair; Goran Bezina, Hirschi; Du Bois, Josi; Helbling; Déruns, Martin Plüss, Rüthemann; Romano Lemm, Savary, Romy; Damien Brunner, Ambühl, Monnet; Duca, Trachsler, Jenni; Niederreiter.
Bemerkungen: Schweiz ohne Tobias Stephan (Ersatztorhüter), Manzato (überzählig), Back, Geering und Björn Christen (alle noch nicht gemeldet). -- Pfostenschuss Seger (59:05). -- Timeout Tschechien (58:01). -- Schüsse: Tschechien 32 (8-15-9); Schweiz 24 (13-6-5). -- Powerplay: Tschechien 0/1; Schweiz 0/3.

Doppeltorschütze Andres Ambühl